Zentralisierung? Dezentralisierung?
Wenn in einer Universität Studieninformationen bereit gestellt werden sollen, stellt sich immer die Frage: "Sollen die Informationen von den einzelnen Fächern oder zentral aufbereitet und präsentiert werden?" Für dezentrale Lösungen spricht das größere Wissen über die Besonderheiten des jeweiligen Studienfachs und die Nähe des Angebotes zum fachlichen Kontext. Dagegen lassen sich die mangelnde Transparenz für Studieninteressierte, die Vervielfachung des Bereitstellungs- und Pflegeaufwandes und oft auch die mangelnde Kontinuität der Betreuung und Pflege anführen.
Wir halten die Alternative "Zentralisierung oder Dezentralisierung?" für falsch. Sicher, Studieninformationen müssen zentral verfügbar sein, User müssen schnell von einem Fach zum anderen gelangen können und die wichtigsten Informationen müssen im Zusammenhang präsentiert werden. Die gleichen Informationen aus der gleichen Datenquelle können aber zugleich in ähnlicher oder anderer Zusammenstellung auf den Seiten der einzelnen Fakultäten erscheinen. Wo die Daten eingepflegt werden, ist keine grundsätzliche, sondern eine pragmatische Frage, die von Fach zu Fach und von Zeit zu Zeit unterschiedlich beantwortet werden kann. Je nachdem, wie die Entscheidung lautet, wird vom Fach in die zentralen Seiten oder umgekehrt "getunnelt".
Die Einbindung von Daten anderer Server (das "Tunneln") ist an sich nichts besonderes. Unser auf der Basis von Zope entwickeltes System ist allerdings überaus flexibel. Selbst aus Seiten, die nicht für die Nutzung durch andere Webangebote konzipiert sind, lassen sich zumeist ohne größere Probleme Inhalte selektiv auswählen und "tunneln". Damit ist eine gemeinsame Nutzung von Daten selbst dann möglich, wenn die Bearbeiter der externen Quellen geringe Kenntnisse des Systems mitbringen und eine Aufbereitung für externe Nutzer daher nicht möglich ist. Kooperation und Vernetzung sind somit technisch gesehen wenig voraussetzungsvoll.
Auch die organisatorischen Voraussetzungen für eine solche Kooperation und Vernetzung sind vergleichsweise gering:
- Quelltexte müssen Markierungen enthalten, damit die abnehmende Organisationseinheit den eigentlichen Inhalt und nicht auch noch das Seitenlayout "mitnimmt";
- für manche Inhalte (z.B. FAQs) bietet sich die Einrichtung gemeinsamer Datenbanken an, deren Datensätze dann selektiv eingebunden werden können;
- bei grundlegenden Änderungen müssen die Beteiligten gegenseitig informieren;
- die Änderung von Ordnungen muss zuverlässig im Netz dokumentiert werden (Übrigens: Dies funktioniert zwischen Dezernat II und ZfL schon seit Veröffentlichung der ersten FsB im Mai 2003 völlig problemlos).


