4. Bundestreffen der Zentren für Lehrerbildung in Bielefeld vom 08.02.2010-09.02.2010

Die Tagung bot Vertreterinnen und Vertretern aus nahezu allen Zentren für Lehrerbildung die Möglichkeit, in einen intensiven inhaltlichen Austausch des diesjährigen Schwerpunktthemas "Beratung und Kooperation" zu treten.

Am ersten Tag bestimmten das Eingangsreferat, der Eröffnungsvortrag sowie die thematischen Arbeitsgruppen die inhaltiche Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des Schwerpunktthemas. Am zweiten Tag konnten in verschiedenen Workshops zentrale Aufgabenfelder der Zentren für Lehrerbildung vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Daneben boten Pausen und nicht zuletzt die hervorragende Bewirtung im Jugendgästehaus Bielefeld Gelegenheit zum informellen Austausch und "netzwerken".

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz entschieden bei den Referentinnen und Referenten bedanken, dafür, dass sie die Tagung inhaltlich bereichert haben, und dafür, dass sie sich bereit erklärt haben, uns ihre Beiträge für die Tagungsdokumentation zur Verfügung zu stellen.

Rainer Bodensohn (Landau): "Kompetenz- und standardorientierte Evaluation im Lehramtsstudium an Gelenkstellen zu Praktika. Ein Vorhaben zur empirisch gestützten Verbesserung der Studierendenberatung" »

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Es geht um Kompetenzen in Zusammenhang mit Curricularen Standards an der Schnittstelle zur Praxis. Durch die Studierenden erfolgt eine Einschätzung im Hinblick auf Stellenwert, Anwendungshäufigkeit, Schwierigkeit, Bedeutung in der Lehrerausbildung und universitärer Vorbereitung im Bachelor-Studium der Lehrerbildung. Wir verarbeiten die Einschätzungen im Rahmen der Qualitätssicherung und zur Verbesserung der Beratungsqualität. Das Projekt dazu heißt bei uns KOSTA© (Kompetenz- und Standardorientierung in der Lehrerbildung).

Im Land Rheinland-Pfalz und durch die Kultusministerkonferenz wurden Curriculare Standards der Lehrerbildung entwickelt, die an der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau auch zur Evaluation von studienbegleitenden Schulpraktika eingesetzt werden, sowohl im Bereich der Bildungswissenschaften in den BA-Studiengängen als auch in Fremdsprachen und Naturwissenschaften der auslaufenden "alten" Lehramtsstudiengänge. KOSTA© geht folgenden Fragen nach: Werden wie im Urteil der Studierenden in den neuen Lehramtsstudiengängen die Curricularen Standards der KMK als wichtig für den Lehrerberuf im Allgemeinen und als relevant für die universitäre Ausbildung erlebt?  Wie häufig werden die Curricularen Standards im Praktikum umgesetzt? Wie wird die Umsetzungsschwierigkeit dieser Standards in der Praxis eingeschätzt? Und wie schätzen Studierende die universitäre Vorbereitung auf die Kompetenzausübung diesem Studienzeitpunkt ein? Dazu wurde über mehrere Semester in Zusammenarbeit mit Studierenden und Experten ein Instrument (ZLB, 2009) entwickelt und dessen Güte überprüft.

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Frage nach der Umsetzung Curricularer Standards nicht pauschal, sondern nur nach Perspektiven und Standardbereichen beantwortet werden kann und sich multiperspektivische Betrachtungen des Lehramtsausbildungsfeldes durchaus lohnen. Mit KOSTA© verbunden (Vergleichbar mit den Projekten VERBAL und REBHOLZ) sind umfangreiche Dienstleistungen als dreifache Rückmeldung: 1. Individuelle Rückmeldung an die Studierenden mit Erklärungen und Hinweisen zum Selbststudium;  2. Generierung von Steuerungswissen für die bildungswissenschaftlichen Fächer/Fachbereiche; 3. Befassung der Standards in wissenschaftlichen Auswertungen/Publikationen.

Ausblick

Derzeit wird im Wintersemester 2009/10 die zweite Kohorte eines vierten Semesters erhoben, der dritte Erhebungszeitpunkt der ersten Kohorte ist für Mai 2010 in Vorbereitung. Schwerpunkte in der Entwicklungsarbeit bilden die Werkzeuge der Rückmeldung der Ergebnisse an die Studierenden. Für jedes Item wurden Rückmeldetexte entwickelt, welche den Standard in eine Situationsbeschreibung rückübersetzen, eine Empfehlung für die Kompetenzerzeugung aussprechen und geeignete Literatur empfehlen. Eine Rückmeldung der individuellen Werte für die Studierenden ist erfolgt, die Rückmeldetexte werden für das Sommersemester in eine individuelle Internetrückmeldung eingestellt.

Ergebnisse des ersten Durchgangs haben wir im Skalen-Handbuch dokumentiert. Hier sehen Sie das aktuelle Instrument, eine Zusammenfassung erster Ergebnisse finden Sie auf unserer Seite zu KOSTA©.

Wolfgang Krummrich (Bremen): AudiPrax Ausbildungsdialog in Praxisphasen »

Das in Zusammenarbeit mit der Firma MTO (Psychologische Forschung und Beratung GmbH, Tübingen) und der Universität Bremen entwickelte Verfahren zur Einschätzung und Beratung von Lehramtsstudierenden, Referendarinnen und Referendaren ist als ausbildungsphasenübergreifendes Instrument konzipiert, das Standard- und Subjektorientierung verbindet.

Josef Keuffer (Bielefeld): Forschendes Lernen als Möglichkeit der phasenübergreifenden Kooperation »

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Die Fähigkeit zu unterrichten und zu erziehen wird maßgeblich durch eine Forschungstradition unterstützt, die darauf setzt, Lehrende zu Lernenden zu machen. Diese Forschungshaltung bereits im Ausbildungsprozess von Lehrerinnen und Lehrern zu fördern ist das Leitmotiv für die phasenübergreifende Kooperation der Universität Bielefeld mit den Studienseminaren in Bielefeld und Minden. Forschendes Lernen soll zu einem ausbildungsleitenden Prinzip in der Kooperation von Hochschule und Studienseminaren werden.
Im Bologna-Prozess wird eine stärkere Berufs- und Praxisorientierung universitärer Studiengänge eingefordert. Die Erwartungen an die Studierenden sind dadurch komplexer und zugleich widersprüchlicher geworden. Studierende sind nach wie vor mit wissenschaftsinternen Leistungsanforderungen konfrontiert, zugleich stärker als früher mit berufsrelevanten Ansprüchen von Schulministerien und abnehmenden Schulen. Durch die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes und durch die Veränderungen im Hochschulgesetz NRW (2009, HG § 30) und Lehrerausbildungsgesetz NRW (2009) werden Hochschulen veränderte Aufgaben zugeschrieben. Sie sollen nicht nur für die wissenschaftliche Ausbildung zuständig sein, sondern darüber hinaus sicherstellen, dass Absolventen eines Masterstudiengangs schnell in der Lage sind, Unterricht selbstständig zu erteilen. Die Situation von Lehramtsstudierenden hat sich dadurch deutlich verändert. Forschendes Lernen soll die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Wissen und Berufswissen systematisch bearbeiten helfen und Übergänge zwischen den Wissensformen herstellen. Die damit verbundenen Aufgaben und Zielsetzungen werden in einer Reihe von Einzelprojekten realisiert. Dabei werden verschiedene Organisationstypen erprobt und die Auswirkungen für Zusammenarbeit und Arbeitszufriedenheit ermittelt, um Konsequenzen für die zukünftige Kooperation zu ziehen. In einem ersten Schritt werden die Einzelprojekte in die bereits bestehenden Praxisanteile des Bachelor-Studiums und des Masterstudiums integriert. In einem zweiten Schritt sollen erfolgreiche Einzelprojekte in das zukünftige Praxissemester des Masterstudiums der Universität Bielefeld integriert werden. Prüfstein für die Umsetzung des Modells Forschendes Lernen ist der Aufbau tragfähiger, nicht an Personen gebundener Kooperationen.

Birgit Kraus (Bonn): Internationale Mobilität im Lehramtsstudium »

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Im Rahmen des Vortrags werden die Ergebnisse einer Untersuchung zur Auslandsmobilität von Lehramtsstudierenden an der TU Darmstadt vorgestellt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Motivation der Studierenden, der Relevanz von Auslandserfahrungen für den Arbeitsmarkt sowie dem Beratungssystem und den Auslandsangeboten der TU Darmstadt.

Birgit Weyand (Trier), Annegret Hilligus (Paderborn), Wolfgang Gabler (Kassel): Professionalisierung der ZfL »

Projektbericht zur Trierer Erhebung von Grunddaten von ZfL (Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft)

Die Frage nach der Professionalisierung von Zentren für Lehrerbildung wurde bereits bei den letzten beiden Bundestreffen in Trier und Hamburg bearbeitet. Konsens herrschte darüber, dass das Thema kontinuierlich in der Runde der Zentren weiter verfolgt werden sollte.

Neben dem (Selbst-) Entwicklungsprozess sind viele Zentren aktuell in Akkreditierungs­­verfahren involviert, die Fragen nach interner oder externer Evaluation steht ebenso an. Diese Prozesse können und sollten zur Überprüfung und auch zur weiteren Professionalisierung der ZfL genutzt werden. Aus den Gutachten zur Lehrerbildung werden programmatische Imperative für die ZfL abgeleitet, die tägliche Praxis sowie die bisherigen Erfahrungen und Probleme vor Ort lassen oftmals kaum Luft, um mit der notwendigen Distanz den Ist-Stand zu erfassen und die gewünschten Entwicklungsziele zu klären und strategisch zu verfolgen.

Aufbauend auf den Vorarbeiten und Ergebnissen von 2008 und 2009 verfolgt der Workshop auf der Basis eines Merkmals- bzw. Kriterienkataloges zu ZfL (siehe unten) das Ziel "Formulierung von Minimalstandards für ZfL als Beitrag zu deren Professionalisierung".

Vorschläge und Fragen für die Arbeit im Workshop:

  • Bearbeitung und Ergänzung des Merkmalskataloges (s.u.)
  • Welche sind allgemeine und welche standort- bzw. modellspezifische Merkmale/Dimensionen?
  • Wie können welche Dimensionen/Merkmale für die Formulierung von Minimalstandards verwendet werden?
  • Wie könnte - generiert aus den Merkmalen/Dimensionen - ein allgemeines Instrument für die Darstellung und Bewertung von Zentren für Lehrerbildung aussehen (z.B. für interne und externe Evaluationen)? In wieweit können die Merkmale und ggf. darauf basierende Evaluationen die Qualität der Arbeit der ZfL und damit deren Professionalisierung fördern? Welche Dimensionen/Merkmale sollten mindestens enthalten sein?
  • Verständigung über das weitere Vorgehen

Katalog von Dimensionen bzw. Merkmalen von Zentren für Lehrerbildung

Studium und Lehre

Studierbarkeit, Steuerungsfunktion, Austausch der an der LB beteiligten Stu­dienfächer, Institutionalisierung, Arbeitskreise, Studienberatung, Akkreditierung

Forschung

Profil, Ausrichtung, Drittmittel, eigene Forschung (-sprojekte) und/oder Forschungskoordination und -beratung

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

kollegförmige Strukturen

Wissenstransfer: Kooperationen und Vernetzungen

zweite Phase, Fort- und Weiterbildung, Begleitung von Schulprojekten, standortübergreifend

Organisationsstruktur und Ausstattung

institutionelles Profil, O-Struktur, rechtliche Grundlagen, Finanzen und Sachausstattung, Verortung und Einbindung innerhalb der Hochschule, Verantwortlichkeit innerhalb der Lehrerbildung, Steuerungsfunktion, Befugnisse

Personal

Geschäftsstelle, Personalstellen (dauerhaft), Ausstattung mit laufenden Mitteln

Finanzielle Steuerung

Einflussnahme auf Mittelverteilung in der Universität, Einwerbung und projektbezogene Verteilung eigener Mittel

Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement

Gremien, Projekte, Arbeitsgruppen, Vernetzungsstrukturen mit zweiter und dritter Phase sowie Schulen, Verfahren für Evaluation und Qualitätssicherung

Außenwahrnehmung

Homepage, News-Dienst, Berichte, Schriftenreihen, Veranstaltungen

Swantje Paar, Nicole Valdorf (Bielefeld): EignungsFeedback - Beratungsangebot für Studierende »

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In dem Workshop stellt sich das Projekt EignungsFeedback des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Bielefeld vor. Dieses bietet Studierenden ein umfassendes Beratungsangebot im Hinblick auf ihre persönliche Eignung und Neigung zum Beruf Lehrer oder Lehrerin. Dabei orientiert sich das Beratungsangebot an der individuellen Lernbiografie von Interessentinnen und Interessenten für einen Lehramtsabschluss und bietet Unterstützung an markanten Orientierungspunkten im Studienverlauf. Im Folgenden werden die verschiedenen Beratungsbausteine des Projektes näher erläutert:

Das DevelopmentCenter gibt den Studierenden die Gelegenheit, sich mit den offiziellen Anforderungen an ausgebildete Lehrkräfte seitens der Kultusministerkonferenz – den Standards für die Lehrerbildung im Bereich der Bildungswissenschaften – auseinanderzusetzen. Das DevelopmentCenter findet mit max. 12 Teilnehmenden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Der erste Tag beinhaltet vorbereitende Theorieeinheiten zu den KMK-Standards, zur Beobachtung und zum Feedbackgespräch. Am zweiten Tag bearbeiten die Studierenden in Kleingruppen praktische Aufgaben, angelehnt an schulische Handlungssituationen. Mittels einer Potenzialanalyse werden dabei berufsrelevante Kompetenzen sichtbar gemacht. Dazu werden die Verhaltensweisen der Studierenden von professionellen BeobachterInnen während der Aufgabenbearbeitung aufgezeichnet und im Anschluss den operationalisierten KMK-Standards zugeordnet. Anhand dieser Kriterien werden beobachtete Kompetenzen in einem Feedbackgespräch aufgezeigt. Daneben beobachten sich die Studierenden untereinander und geben sich im Anschluss eine Rückmeldung in Form eines Peer-Feedbacks. Das DevelopmentCenter schließt - etwa eine Woche später - mit einem einstündigen individuellen Abschlussgespräch ab. Ergänzt wird das DevelopmentCenter durch das BerufsbildPortfolio, welches begleitend sowie nachfolgend als Instrument zur Selbstreflexion genutzt wird.

Bei der PeerBeratung handelt es sich um ein strukturiertes Beratungsgespräch, das in einer festen Studierendengruppe von 5 bis 10 Personen durchgeführt werden kann. Ein Teilnehmender in der Rolle des Fallgebers/ der Fallgeberin wird von den übrigen Teilnehmenden – den ReflexionspartnerInnen – nach einem feststehenden Ablauf mit sechs Phasen beraten. Ziel ist es, für eine konkrete, an der Berufspraxis orientierte Schlüsselfrage Perspektivenvielfalt zu eröffnen und möglichst viele Handlungsalternativen zu entwickeln. Durch die regelmäßige Reflexion und Überprüfung der praktischen Tätigkeit werden berufliche Kompetenzen weiterentwickelt und das Professionsbewusstsein wird gestärkt. Die Studierenden werden in die Methode eingeführt und haben die Möglichkeit, die PeerBeratung im Anschluss selbstorganisiert weiterzuführen.

Das Angebot richtet sich an Lehramtsstudierende aller Semester und eignet sich gut als Ergänzung zu einem Praktikum im Berufsfeld Schule. Da bereits in vielen Schulen die Kollegiale Beratung als Bestandteil der Schulentwicklung eingesetzt wird, ermöglicht die Teilnahme an der PeerBeratung den Studierenden den Erwerb einer beruflichen Zusatzqualifikation. In der individuellen Einzelberatung erhalten die Studierenden bei Bedarf eine individuelle Beratung, die sich an ihren Ressourcen orientiert und Entwicklungsfelder in den Blick nimmt.

Maike Willenborg (Hamburg), Sascha Hartung (Hamburg): Eignungsreflexion im Integrierten Schulpraktikum »

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Das vierwöchige Integrierte Schulpraktikum (ISP), welches unsere Studierenden des 5. Semesters der BA-Studiengänge LAPS (Lehramt der Primar-und Sekundarstufe I), LAGym (Lehramt an Gymnasien) und LAS (Lehramt an Sonderschulen) absolvieren, findet zum ersten Mal jetzt im Februar/März 2010 statt. Neu an diesem Praktikum ist das verpflichtende Element einer Eignungsberatung durch den schulischen Mentor am Ende der Praxisphase, die auf der gemeinsamen Auswertung einer Selbst- und Fremdeinschätzung mithilfe des "Fit für den Lehrerberuf ?!" (Herlt/Schaarschmidt 2008) basiert. Diese Eignungsreflexion wurde in einem zweijährigen Pilotprojekt entwickelt und evaluiert. Das Folgeangebot des "Lehrertrainings" rundet die Auseinandersetzung der Studierenden mit der Rolle als Lehrer auf freiwilliger Basis ab, außer sie erhalten die Auflage an diesem Training teilzunehmen, um die Entwicklung ihrer Lehrerpersönlichkeit zu fördern.

Andreas Jantowski, Cordula Schmitt und Alexander Gröschner (Jena): Belastungsempfinden und Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden im modularisierten Studium – empirische Studien am Beispiel des Jenaer Modells »

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Ausgehend von einer kurzen Einführung in das Jenaer Modell der Lehrerbildung wird im ersten Teil des Workshops die Längsschnittstudie „Kompetenzentwicklung und Lernerfahrungen im Praktikum“ (KLIP) vorgestellt. Dabei wird einerseits das Erhebungsinstrument zur Erfassung der Kompetenzen (in den Bereichen Unterrichten, Erziehen, Beurteilen und Innovieren) von Lehramtsstudierenden vorgestellt. Darüber hinaus werden erste Ergebnisse des Projekts präsentiert und mit den TeilnehmerInnen diskutiert. Im Fokus stehen neben den Entwicklungsdimensionen der Kompetenzen Einflussfaktoren wie die Betreuungsqualität durch die schulischen Mentoren und durch die universitären Begleitveranstaltungen sowie individuelle Faktoren. Im Anschluss wird das Universitätsprojekt „BiS“ – Belastungen im Studium – vorgestellt, das ebenfalls die Studierenden im neuen Jenaer Modell wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen einer formativen Evaluation wurden die Umsetzung und die Umsetzungsbedingungen des Jenaer Modells unter dem Aspekt der Beanspruchung und Belastung von Studierenden untersucht. Neben Befunden zu den Kennwerten des Studiums werden Variablen vorgestellt, die nachweislich als Prädiktoren der Belastungssituation Studierender ermittelt werden konnten und deren Ausgestaltung über das theoretische Konstrukt der Studienzufriedenheit als Einflussgrößen für den Studienerfolg zu betrachten sind.

Karin Kleinespel (Jena), Frank Ahrens (Jena): Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Innovieren – Chancen und Grenzen der Implementation der vier Kompetenzfelder der KMK im Praxissemester am Beispiel des Jenaer Modells »

Das Praxissemester im Jenaer Modell der Lehrerbildung hat sowohl in seinen praktischen als auch in seinen theoretischen Ausbildungsteilen fünf inhaltliche Schwerpunkte. Vier davon entsprechen den Kompetenzfeldern der KMK-Lehrerbildungsstandards: Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Innovieren. Als fünfter Schwerpunkt ist die Berufsethik hinzugefügt. Im angekündigten Workshop wollen wir der Frage nachgehen, ob und auf welche Weise Praktika in der ersten Phase der Lehrerbildung in allen fünf genannten Feldern einen Kompetenzzuwachs bei den Studierenden bewirken können: Lag in der Vergangenheit der Schwerpunkt von Schulpraktika eindeutig bei der Unterrichtskompetenz (verantwortet von den Fachdidaktiken), so zielt die Konzeption für das Praxissemester im Jenaer Modell mit insgesamt fünf von der Hochschule betreuten Begleitseminaren auf die von der KMK formulierten Kompetenzen. Der phasenübergreifende Rahmen zur Verwirklichung unseres Anspruchs soll u. a. über die Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern in der "Fortbildung Didaktik" und in der "AG-Praxissemester" hergestellt werden.

Verena Weymann (Bremen), Maik Jablonski (Bielefeld): Überschneidungsfreiheit in Lehramtsstudiengängen »

Download der Vortragspräsentation (Weymann)

Download der Vortragspräsentation (Jablonski)

In dem Workshop wird erläutert, wie an der Universität Bremen das Studium in den 2-Fächer-Studiengängen (BA und M.Ed.) organisiert wird. Z. Zt. können ca. 75% der im Lehramtsstudium studierbaren Fächerkombinationen überschneidungsfrei studiert werden. Erreicht wird dies durch ein Zeitfenstermodell, das unter Berücksichtigung des Studienaufbaus in den verschiedenen Lehramtsstudiengängen erstellt wurde. Die Fächer teilen ihr Studienangebot in fünf Blöcke (jeweils ca. 15 CP) und können die Lehrveranstaltungen eines ‚Blocks’ innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters frei verteilen. Jedes Fach hat – insgesamt gesehen – die ganze Woche für Lehrveranstaltungen zur Verfügung. Für Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik gibt es ebenfalls eigene Zeitfenster.
In dem Workshop werden Hinweise dazu gegeben, wie die Bremer Zeitfensterplanung ‚funktioniert’ und wie eine solche Studienkoordination unter Berücksichtigung der jeweiligen Studienstruktur angegangen werden kann.

Ergänzt wird der Workshop durch die Vorstellung der Bielefelder "Onlinebedarfserhebung", wo Studierende online Stundenpläne zum Ende der Vorlesungszeit des Vorsemesters für das kommende Semester erstellen, die zentral in Hinblick auf Überschneidungs- und Kapazitätsprobleme statistisch ausgewertet werden. Diese Informationen dienen den Fakultäten dann zur Korrektur und Optimierung der Lehrplanung.