Umsetzung

In den folgenden Abschnitten werden Projektidee und bisherige Umsetzung vorgestellt.

Ideale Voraussetzungen für eine Kooperation  »

Die Projektbeteiligten an der Universität gehen selbstredend nicht davon aus, in den Schulen auf Idealbedingungen zu stoßen. Wenn ein oder mehrere Merkmale eines idealen Arrangements auf Ihre Schule nicht zutreffen, bedeutet dies nicht, dass Sie keine Chance haben. Wir wissen, dass wir keine Idealbedingungen vorfinden werden. Trotzdem skizzieren wir ein Arrangement, um deutlich zu machen, in welche Richtung wir uns die Umsetzung vorstellen.

Studierende können/sollten im Tandem unterrichten

Die PraktikantInnen können den Förderunterricht als Tandem durchführen. Sie können gemeinsam planen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam reflektieren. Ein weiterer Vorteil: Fällt eine Tandempartnerin bzw ein Tandempartner  (z.B. wegen Krankheit) aus, kann die bzw. der andere den Förderunterricht kurzzeitig auch alleine fortführen. Wenn es die Stundenpläne der Studierenden erlauben, sollte die Tandem-Option auch genutzt werden.

Orientierungsgröße: Sechs Schülerinnen bzw. Schüler pro Fördergruppe

Das Projekt konzentriert sich auf eine Kompetenzdimension für den Lehrerberuf: Individuelles Lernen der Schülerinnen und Schüler, Diagnose von Stärken und Schwächen einzelner Schülerinnen und Schüler sowie gezielte individuelle Förderung. Kleingruppenarbeit mit Schülerinnen und Schülern ist die Regel; die Zahl "sechs" ist dabei eine Orientierungsgröße. Es kann vorkommen, dass sechs besonders schwierige Schülerinnen und Schüler zu viel für ein Tandem sind und es kann vorkommen, dass zehn unproblematische Schülerinnen und Schüler für ein Tandem noch tragbar sind. Die Schule sollte die Prozesse im Blick haben und flexibel reagieren können.

Zehn Studierende pro Fach an einer Schule oder einem engen Verbund mehrerer Schulen

Sowohl hinsichtlich der Austauschmöglichkeiten der Studierenden untereinander, als auch im Hinblick auf die Organisation des Projektes ist es wünschenswert, wenn die Studierenden eines Faches in größeren Gruppen an eine Schule oder benachbarte kooperierende Schulen gehen können. Da wir für die Begleitveranstaltungen Gruppengrößen von 10 Studierenden anstreben, ergibt sich eine Zielgröße von fünf Tandems pro Fach pro Schule.

Eine Lehrerin bzw. ein Lehrer aus der kooperierenden Schule übernimmt einen Lehrauftrag

Die Studierenden sind keine Profis, aber sie sollen Profis werden. Die Universität übernimmt mit regulärem Personal die Vorbereitung der Studierenden und stellt darüber hinaus Mittel für einen bezahlten Lehrauftrag (ca. 750 Euro pro Semester und Lehrauftrag) zur Verfügung. Der Lehrauftrag soll an einen Lehrer / eine Lehrerin der kooperierenden Schule bzw. einer ebenfalls beteilgten Nachbarschule vergeben werden. Die Erwartung: Die/der Lehrbeauftragte übernimmt die Begleitung einer Studierendengruppe an der Schule, setzt sich wöchentlich mit den Studierenden zusammen und fungiert als Ansprechpartner für das Praktikumsbüro bzw. die beteiligten Lehrenden der Universität. Wird kein Lehraufrag an die Schule vergeben, steht trotzdem eine feste Ansprechperson für die organisatorische Umsetzung zur Verfügung. Mindestens einmal pro Semester kommen alle Lehrbeauftragten, Ansprechpersonen und Dozentinnen und Dozenten zum Austausch und ggfs. zur Schulung zusammen.
Es ist von Vorteil, wenn Lehrbeauftragte schon praktische und konzeptionelle Kompetenzen im Bereich Diagnose und Förderung mitbringen.

Flexibilität bei der Zeitplanung

Die Studierenden sind in der Hauptsache Studierende und erst in zweiter Linie Praktikantinnen bzw. Praktikanten im Förderunterricht. Es wird eine Aufgabe des Praktikumsbüros sein, die Zeitpläne der Studierenden mit den Zeitfenstern der Schulen abzustimmen. Das wird nur dann funktionieren können, wenn die Spielräume schulischerseits nicht zu eng sind und mit der Entfernung zur Universität zunehmen. Übrigens: Mit "Flexibilität" ist selbstredend nicht gemeint, dass Absprachen laufend geändert werden. Es geht nur darum, dass bei der Festlegung der Zeitpläne auf die Stundenpläne und sonstigen Verpflichtungen der Studierenden Rücksicht genommen wird.

Die Ausstattung ist hinreichend

Förderunterricht in Kleingruppen muss weitgehend ungestört möglich sein. Wichtig ist ein ausreichendes Raumangebot.

Der Rahmen stimmt

Im Mittelpunkt stehen Diagnose und Förderung in Kleingruppen. Gleichwohl sollen die Studierenden einen breiten Einblick in die Schulwirklichkeit bekommen und auch weitergehenden Fragen nachgehen können. Erwartet wird zum Beispiel:

  • Die Studierenden erhalten Hospitationsmöglichkeiten im regulären Deutsch-, Englisch bzw. Mathematikunterricht.
  • An der Schule herrscht eine Offenheit bezüglich vielfältiger Unterrichtsmethoden.
  • Die Studierenden werden als zukünftige Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen.
  • Die Schule ist offen für forschungsorientiertes Lernen der Studierenden und ist aufgeschlossen gegenüber einer Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität.
  • Oft soll die Förderung aus hochschuldidaktischen Gründen und aus Forschungsinteressen anhand von Videoaufnahmen dokumentiert werden. Daher muss die Schule für die entsprechenden Einverständniserklärungen der Eltern sorgen.

Zeiträume »

Der Förderunterricht durch die Studierenden soll im Wintersemester i.d.R. jeweils nach den Herbstferien beginnen und bis Anfang Februar einmal pro Woche durchgeführt werden. Im Sommersemester soll der Förderunterricht i.d.R. jeweils nach den Osterferien starten und bis zu den Sommerferien andauern. Auch hier ist an einen wöchentlichen Rhythmus gedacht, von dem aber u.U. wegen des variierenden Schuljahresendes und der vielen Feiertage abgewichen werden kann.

Projektentwicklung im Rahmen der neuen Studienstruktur »

Das Praxisprojekt wird im Rahmen der Berufsfeldbezogenen Praxisstudie (LABG-Diktion: Berufsfeldpraktikum) fortgeführt.

Diese Praxisstudie ist im fortgeschrittenen Bachelorstudium angesiedelt und modular im bildungswissenschaftlichen Studium verankert. Als eines von mehreren Modulelementen wird sie allerdings wesentlich von den Unterrichtsfächern organisiert, durchgeführt und begleitet und bietet so die Möglichkeit, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Inhalte stärker als bisher miteinander zu verknüpfen.

Bei der Ausgestaltung der Berufsfeldbezogenen Praxisstudie ist vorgesehen, keine Engführung auf unterrichtliche Handlungskompetenzen vorzunehmen, sondern alle Lehrerdimensionen sowie das Handlungsfeld Schule als Ganzes in den Blick zu nehmen und Studierende dabei durch nachhaltige Praxiserfahrungen auf die Anforderungen des Praxissemesters im Masterstudium vorzubereiten. Dies gelingt durch Kompetenz fördernd angelegte Praxisstudien und durch eine in quantitativer und qualitativer Hinsicht gute Begleitung der Studierenden.

Außerschulische Kooperationen »

Alternativ zur Förderung in der Schule kann die Praxisphase auch im Projekt "Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprache" (FörBi) durchgeführt werden. FörBi hat sich zur Aufgabe gemacht, Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprache bei ihren schulischen Problemen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik zu unterstützen. Studierende erwerben in diesem Kontext bereits erste Kompetenzen im Bereich Deutsch als Zweitsprache und bauen erste elementare förderdiagnostische Kompetentenzen im Kontext von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität auf.

Im Fach Biologie besteht die Möglichkeit, die Praxisphase im Rahmen des Projekts "Kolumbus-Kids" mit dem Schwerpunkt "Diagnose und Förderung" durchzuführen. In diesem regionalen Projekt werden begabte Schülerinnen und Schüler aus mehr als 20 Gymnasien im Rahmen von außerschulischen Kursen in den Naturwissenschaften gefördert. Studierende erwerben erste förderdiagnostische Kompetenzen im Kontext der Begabungsförderung.

Verantwortliche »

Verantwortlich für die Koordination und Ihre Ansprechpartnerin ist Anke Schöning, Leiterin des Praktikumsbüros. Sie wird unterstützt von Andrea Lewald, Sachbearbeiterin im Praktikumsbüro.

Lehraufträge und studentische Hilfskräfte im Projekt werden aus QV-Mitteln (Mittel zur Qualitätsverbesserung) finanziert.

 

 

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