Defizit: universitäre Betreuung
Für die Begleitung von Praktika sollten Lehrveranstaltungen aus 10, maximal 12 Studierenden pro Lehrenden bestehen. Diese Relationen mögen angesichts der allgemeinen Verhältnisse idealistisch erscheinen, gleichwohl sind sie unter Lehrerbildnern unstrittig und in einigen Fächern geltende Norm (z.B.: Naturwissenschaften, Sport, Sozialwissenschaften). In Fächern, die überwiegend Blockpraktika anboten und anbieten, muss aber von ganz anderen Relationen ausgegangen werden. In Germanistik waren in den letzten Jahren Vorbereitungsseminare mit 50 TeilnehmerInnen der Normalfall, in Ausnahmefällen waren es über 80. In der Mathematik sind die Bedingungen bei Betreuungsrelationen von 1:20 oder 1:30 zwar günstiger, aber gleichwohl weit entfernt von Größenordnungen, die eine angemessene Reflexion von Praxiserfahrungen aller TeilnehmerInnen ermöglicht. Das Praxisprojekt "Diagnostizieren und Fördern ..." zielt darauf ab, zumindest in dem besonders betreuungsintensiven Segment "Begleitung und Reflexion" ein Betreuungsverhältnis von 1:10, im Ausnahmefall 1:12, zur zwingenden Voraussetzung zu machen.
Die Betreuung ist nicht nur unter quantitativen Gesichtspunkten problematisch. Lehrende, die fachwissenschaftlich und fachdidaktisch ausgewiesen sind und zugleich über nennenswerte Praxiserfahrungen verfügen, sind sehr selten. Insofern muss die Breite der Kompetenzen über einen "Mix" von VeranstalterInnen erfolgen. Für die Begleitung und Reflexion werden daher Lehrbeauftragte gesucht, die als LehrerInnen an kooperierenden Schulen arbeiten und Fortbildungen im Bereich "Diagnose und Förderung" absolviert haben oder sie zu Beginn ihrer Tätigkeit absolvieren.


