Kooperationsprojekt mit der Luisenschule in Bielefeld

Seit dem WS 07/08 wird an der Universität Bielefeld zur Vernetzung von Theorie und Praxis  in der ersten Phase der Lehrerbildung in Kooperation mit Lehrenden des  Fachbereichs Germanistik der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft und der Fakultät für Mathematik, dem Zentrum für Lehrerbildung und der Luisenschule (Realschule) in Bielefeld ein alternatives Praktikumsmodell entwickelt. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihr Praktikum semesterbegleitend an der Luisenschule abzuleisten. Zentrale Bestandteile des Praktikums sind die Durchführung bzw. Evaluation diagnostischer Testverfahren sowie die eigenständige Betreuung spezifisch zusammengesetzter Fördergruppen im 5. und 6. Jahrgang. Die Studierenden übernehmen für ein Schulhalbjahr eigenverantwortlich den Unterricht in kleineren  Fördergruppen, entwickeln, erproben und evaluieren  dabei Fördermaterialen, betreuen die individuellen Lernprozesse und –entwicklungen der Schülerinnen und Schüler, dokumentieren die Förderung z.T. über Videoaufnahmen und erstellen Fördertagebücher. Neben der Betreuung der Fördergruppen bestehen für die Studierenden zusätzliche Hospitationsmöglichkeiten im Mathematik- bzw. Deutschunterricht aller Jahrgänge.

Begleitet wird dieses Praktikum durch Seminare in den fachdidaktisch ausgerichteten profilbezogenen Praxisstudien der beteiligten Fächer, wobei neben einer allgemeinen Einführung in die Praxisstudien vor allem die förderdiagnostischen Kompetenzen im Vordergrund stehen. An der Schule gibt es jeweils einen Lehrauftrag pro Fach, so dass die Studierenden vor Ort sowohl organisatorisch als auch inhaltlich von einer erfahrenen Lehrkraft betreut werden, die ebenfalls Reflexionsveranstaltungen mit den Studierenden durchführt. Hinsichtlich der wissenschaftlichen Begleitung und Unterstützung sowohl der Lehrenden als auch der Studierenden sind an den beteiligten Fakultäten jeweils zwei wissenschaftliche Hilfskraftstellen eingerichtet worden. Finanziert werden die Lehraufträge und Hilfskraftstellen aus den Studienbeitragsmitteln bzw. aus Eigenmitteln des ZfL.

In der oben beschriebenen Vernetzung von Theorie und Praxis erhalten die Studierenden – vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit den Lern- und Denkprozessen, aber auch Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler der Fördergruppen – Einblicke die notwendigen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Grundlagen, um gezielte Beobachtungen und Deutungen durchführen sowie Förderalternativen entwickeln zu können. Somit werden bereits elementare förderdiagnostischen Kompetenzen für den Lehrerberuf aufgebaut.