Gender Studies
Studienverlauf: Gender Studies (Master of Arts)

Wann studiere ich was?
Netzpläne zeigen den empfohlenen Studienplan. Sie unterscheiden zwischen der vorgeschriebenen Reihenfolge, die durch Pfeile gekennzeichnet ist, und der empfohlenen Reihenfolge, die sich aus der Semesterangabe ergibt.
Sie dürfen von der empfohlenen Reihenfolge der Module abweichen, sofern Sie die durch die Pfeile angezeigten Zugangsvoraussetzungen einhalten. Ziehen Sie aber bitte die Infos des Faches und die Studienberatung hinzu, bevor Sie einen abweichenden Studienablauf planen. Oft ist es dringend geboten, die empfohlene Reihenfolge einzuhalten, weil die Module zumindest in Teilen aufeinander aufbauen.
Wozu Netzpläne?
Die grafische Darstellung des Studienprogramms ist die wichtigste Funktion von Netzplänen. Netzpläne zeigen, welche Module Sie als Studierende absolvieren müssen, welche Reihenfolge einzuhalten ist und welcher Studienablauf empfohlen wird.
Die meisten Netzpläne bieten weitere Möglichkeiten:
- Wenn Sie den Mauszeiger über die Grafik bewegen, werden Kurzinfos zum Fachstudium, zu den Profilen und den einzelnen Modulen angezeigt.
- Wenn Sie ein Modul anklicken, wird eine ausführliche Beschreibung des Moduls (incl. Einzelleistungen und Prüfungsformen) aufgerufen. Von dort führt auch ein direkter Link zum entsprechenden Modul im Vorlesungsverzeichnis des laufenden oder kommenden Semesters.
Individuelle Ergänzung
In diesem Modul können Lehrveranstaltungen der Universität nach freier Wahl studiert werden.Im Einführungsmodul "Interdisziplinäre Geschlechterforschung" erhalten die Studierenden einen ersten Überblick über genderbezogene Diskussionen und Forschungsergebnisse der am Studiengang beteiligten Disziplinen und führt in Konzepte von Interdisziplinarität und Transdisziplinarität ein. Des Weiteren vermittelt das Einführungsmodul vertiefte Kenntnisse der theoretischen Ansätze und Konzepte der Frauen- und Geschlechterforschung und ordnet sie in den historisch-gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehung und Weiterentwicklung ein. Anhand zentraler Studien und Grundlagentexte werden Fragen der Methodologie und Empirie der Frauen- und Geschlechterforschung diskutiert. Möglichkeiten und Grenzen der problemorientierten Zusammenführung unterschiedlicher disziplinärer Perspektiven werden im Lehr- und Lernkontext - in der Regel projektförmig - erprobt. Abgerundet wird das Modul durch Lehrangebote, die sich mit der historischen Entwicklung der Geschlechterverhältnisse im Spannungsfeld von Wandel und Persistenz befassen.
Einführungsmodul II - Theorie und Empirie der Geschlechterforschung
Das Einführungsmodul II vermittelt vertiefte Kenntnisse der theoretischen Ansätze und Konzepte der Geschlechterforschung und ordnet sie in den historisch-gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehung und Weiterentwicklung ein. Studiengruppen geben die Möglichkeit der Erprobung projektförmigen und interdisziplinären Arbeitens. Die Vorlesungen qualitative und quantitative Methoden geben einen Überblick über sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden.
Das Hauptmodul 1 "Sozialisation, Bildung und Interkulturalität" beschäftigt sich mit der Bedeutung von Geschlecht im Zusammenhang mit Sozialisations-, Bildungs- und Erziehungsprozessen in verschiedenen formellen und informellen Kontexten. Gegenstand der Analyse sind institutionelle Strukturen und Prozesse in ihrer Wechselwirkung mit der Kategorie Geschlecht. Daneben wird der Einfluss von Geschlecht auf Sozialisations-, Kommunikations- und Interaktionsprozesse und damit auf die Bildung von Subjektivität und Kompetenz diskutiert. Ergänzt wird die Betrachtung dieser Analyseebenen durch die Reflexion über und Auseinandersetzung mit (geschlechterreflexiven) pädagogischen und didaktischen Konzeptionen. In diesem Zusammenhang werden methodische und methodologische Aspekte der sozialisations- und bildungsbezogenen Geschlechterforschung behandelt.
Das Modul richtet sich auf Geschlechterdifferenzen und -ungleichheiten, die ihre Ursache u.a. in gesellschaftlich verankerten Rollenstereotypen haben. Im Fokus stehen Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Aufteilung von Haus-, Versorgungs- und Erwerbsarbeit auf Prozesse der Arbeitsmarktsegregation und auf die geschlechtsbezogene Strukturierung von Organisationen. Theorien, die sich mit Geschlechterordnungen in den genannten Bereichen beschäftigen sowie ihre Verschränkungen werden vorgestellt und diskutiert. Neben der theoretischen Beschäftigung mit Organisationen werden empirische Erkenntnisse zu unterschiedlichen Organisationstypen (z.B. Sportvereine, Hochschulen und privatwirtschaftliche Betriebe) und Organisationseinheiten thematisiert. Organisationsinterne Diskurse zur Legitimation bzw. De-Legitimation von Geschlechterdifferenzen und -ungleichheiten sowie ihre strukturellen Verankerungen werden betrachtet. Anhand aktueller Gender-Diskussionen z.B. im Kontext "Diversity Management" und "Work-Life-Balance" werden Möglichkeiten und Grenzen von Gender-Mainstreaming für Organisationsentwicklungsprozesse diskutiert und praxisbezogene Handlungsgrundlagen erarbeitet. Zudem werden die Forschungsansätze zu Fragen der geschlechterbezogenen Arbeitsteilung und der Organisationsanalyse behandelt und Methoden der deskriptiven und der verstehenden Intervention vermittelt.
Das Hauptmodul 3 "Körper und Gesundheit" befasst sich mit geschlechterbezogenen Aspekten von Frauen- und Männergesundheit und ihrer gesundheitlichen Versorgung. Das Themenspektrum berührt sowohl Fragen der (mangelnden) Geschlechtssensibilität des deutschen Gesundheitswesens als auch Möglichkeiten und Grenzen geschlechtssensibler Prävention und Gesundheitsförderung. Ausgehend von den ersten Ansätzen der Frauengesundheitsforschung werden die Entwicklungen hin zu einer geschlechterdifferenzierten "Gender-Medizin" und gesundheitsbezogenen Geschlechterforschung rekonstruiert. Aus der interdisziplinären Public Health Perspektive werden multifaktorielle sozial-ökologische Determinanten geschlechterbezogener Gesundheitsprobleme verschiedener Bevölkerungsgruppen erörtert und am Beispiel ausgewählter Praxisfelder konkretisiert. Darüber hinaus werden Methoden genderbezogener Ansätze der gesundheitswissenschaftlichen Forschung vorgestellt und erprobt.
Im Hauptmodul 4 "Transnationalisierung und Demokratisierung" werden Kenntnisse theoretischer Konzepte und empirischer Analysen zur Interdependenz von Transnationalisierungsprozessen und der Transformation von Geschlechterverhältnissen vermittelt. Hierzu werden unterschiedliche Ebenen betrachtet: Fokussiert werden Transformationen nationaler wohlfahrtsstaatlicher Geschlechterregime durch EU-Politiken und die Auswirkungen auf die geschlechtliche Arbeitsteilung, auf Arbeitsorganisation und -kulturen. Darüber hinaus wird die Verschiebung der Arbeitsteilung zwischen und innerhalb der Geschlechtergruppen aufgrund von Veränderungen innerhalb der internationalen Arbeitsteilung sowie durch Globalisierungsprozesse in den Blick genommen. Aufgegriffen wird zudem die Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure und deren Handlungsstrategien zur Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse, wie z. B. Frauenbewegungen und -organisationen auf nationaler, supranationaler und internationaler Ebene. Die Methodenvermittlung ist integrierter Bestandteil des Lehrangebots dieses Moduls. Für die Vertiefung dieses Bereichs wird eine themenspezifische Veranstaltung angeboten
Das Praxismodul umfasst ein mindestens sechswöchiges Praktikum und eine praxisbegleitende Lehrveranstaltung. Durch den Transfer der theoretisch erworbenen Lehrinhalte auf die Anforderungen in einem konkreten Praxisfeld erweitern die Studierenden ihr Handlungsrepertoire, ihre Analyse- und Reflexionsfähigkeit im Umgang mit Geschlechterfragen. Sie erwerben darüber hinaus fachübergreifende Kompetenzen und haben die Möglichkeit wichtige soziale Kontakte zu knüpfen, die im Hinblick auf eine spätere Berufstätigkeit von Bedeutung sind.
Abschlussmodul
Das Studium wird mit dem Abschlussmodul beendet, das sich aus der Masterarbeit und einem Kolloquium zusammensetzt.


